Mit Rennrad an der Costa Brava

Top Rennrad Touren der Costa Brava

Gleich vorab: Rennradfahren in der Region Costa Brava ist nicht zu vergleichen mit Mallorca und auch nicht mit Andalusien. Die „Wilde Küste“ ist anders und für Rennradler spezieller. Verglichen mit Andalusien würde ich das Gebiet nördlich von Barcelona sicher nicht als Ganzjahresrevier für Radsportler bezeichnen. Dazu wird es in den Wintermonaten November bis mitte Februar einfach zu kalt und unbeständig. Das heisst natürlich nicht, dass es nicht dennoch ab und zu mal 5 Tage herrliches Radfahrwetter geben kann. Im Mittel ist es in dieser Zeit mit einer Tageshöchsttemperatur mit lediglich 14 °C an der Küste (zumindest mir) deutlich zu frisch zum radeln. Dann lieber warten, bis sich ab mitte März die Costa Brava und das Hinterland zum Traumrevier für ausgedehnte Rennradtouren mausert.

Die Küste der Costa Brava bietet absolute Traumstraßen im Wechsel mit hässlichen Stadtstraßen

Die Küste der Costa Brava bietet absolute Traumstraßen im Wechsel mit hässlichen Stadtstraßen

Costa Brava – Trainingsrevier für Profis

Menschen, welche mit Radfahren Geld verdienen sehen das natürlich anders. Die Costa Brava war und ist für viele Radprofis das Traininigsrevier schlechthin. Berühmtester Vertreter war Lance Armstrong, der im mittelalterlichen Städtchen Girona seine Trainingsdestination in Europa besaß. Er bevorzugte die räumliche Nähe zum Trainingsrevier in den Pyrenäen und kurze Anfahrtszeiten zu den (Vorbereitungs-)Rennen in Frankreich und Spanien. Auch heute noch kann es vorkommen, dass man auf der Straße oder in einem Straßenkaffee dem einen oder anderen bekannten Radprofi beim Training oder Päuschen begegnet. Ganz früh im Jahr Januar/Februar sieht man auch ganze Mannschaften in der Gruppe vorbeiziehen.

Idealer Ausgangsort für Radtouren?

Stellt sich die Frage nach dem idealen Ausgangsort für Radtouren bzw. nach der passenden Unterkunft. Direkt an der Küste bietet Llorett de Mar, Tossa de Mar und Blanes als Destination an. Mit unzähligen Hotels, Appartements und Campingplätzen findet jeder seine Urlaubsdestination. Das Problem -so empfinde zumindest ich es- sind die kaum zu vermeidenden großen Straßen mit teilweise sehr viel Verkehr. Erst wenn man die ca. 10 bis 20 km ins Hinterland hinein überwunden hat beginnt der wahre Hochgenuss eines Rennradlers.

Mit dem Rennrad im Hinterland der Costa Brava

Das führt uns zu der Idee die Unterkunft doch gleich im Hinterland zu belegen. Exakt das setzt seit einigen Jahren das Giverola Mountain Resort um. Ca. 10 Kilometer von Tossa de Mar hat der Schweizer Radspezialist im Laufe der Zeit ein richtiges Trainingszentrum für Triathleten und Radsportler in die Berge integriert. Die einzelnen Häuser hängen wie Adlernester am Berghang.
Direkt vor der Haustüre starten somit Traumtouren duch das hügelige Gebiet mit absolut ruhigen Straßen. Das hat allerdings wieder den Nachteil, dass selbst bei einer 7-tägigen Radwoche die Strecken mehrfach befahren werden müssen. Giverola bietet entsprechend einen Transportservice an, um somit die weiter entfernte Gebiete zu erreichen.

Das bergige Hinterland der Costa Brava ist idealer Ausgangsort für hügelige Rennradtouren

Das bergige Hinterland der Costa Brava ist idealer Ausgangsort für hügelige Rennradtouren

Mit dem Rennrad an der Küste der Costa Brava

Alternativ kann man auch direkt an der Küste wohnen. Zueletzt verbrachten wir einige Tage auf dem Campingplatz La Masia in Blanes. Die Küste und speziell das Camping bietet sich vor allem dann an, wenn man ab und an einige schöne Radtouren fahren möchte und ggf. mit der Familie auch ohne Rad etwas unternehmen möchte. Für ein konsequentes Radtrainingslager mit entsprechendem Komfort würde ich ein Camping nicht empfehlen. Wirklich störend sind nur die bereits erwähnten Fahrten durch die extrem verkehrsdichten Küstenstädte.
Die Wahl ob der Standort nun eher an der Küste oder besser im Hinterland liegen sollte, ist wie vermutet eine Frage des Geschmacks und des Schwerpunktes. Ich persönlich würde immer wieder meine Unterkunft an der Küste beziehen, da ich meinen Aufenthalt weniger als Trainingslager sehe. Vielmehr verbringe ich dort meinen Urlaub und fahre zur Abwechslung Rennrad.